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Demokratischer Frieden (Kant) |
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Die Anarchie spielt nur eine untergeordnete Rolle, sofern keine Nicht-Demokraten existieren. Demokratien nehmen andere Demokratien als friedlich wahr, da sie ähnliche Institutionen haben und nach demselben Prinzip funktionieren. Staaten, die nach innen friedlich wirken werden auch nach aussen hin, trotz vorhandener Streitkräfte, als friedlich wahrgenommen und führen daher untereinander keine Kriege. Das heißt aber nicht, dass sie gar keine militärischen Konflikte austragen. Zur Verteidigung ihrer Systeme ist Krieg ein, durchaus als legitim angesehenes, Mittel gegen bsp. Diktaturen. Existierten also nur Demokratien, könnte der Zustand des Weltfriedens erreicht werden. Diese Erkenntnis birgt jedoch auch die Gefahr einer Kreuzzugslogik in sich. Demokratische Mitbestimmung und Friedensbündnisse sind in der Lage, den anarchischen Zustand zu kompensieren. Die aus der Anarchie resultierenden Probleme werden anerkannt, die größte Erklärungskraft wird jedoch in der inneren Verfasstheit der Staaten gesehen.
Je höher die Partizipation der Gesellschaft an der politischen Willensbildung, desto geringer ist nach Kant die Neigung des Staates zur Gewaltanwendung. Kant war davon überzeugt, dass ein Staat nur Krieg zur Verteidigung führen wird und sich sonst ausschließlich der Diplomatie bedienen würde, wenn die Entscheidungsträger ebenfalls von den Folgen eines Krieges betroffen wären. In der Regel verlieren diese nämlich nach einer militärischen Niederlage weder Besitz, noch ihr Leben. Folglich verbietet sich ein Atomkrieg von selbst! Kant spricht zwar in der Literatur von einer Republik, meint jedoch etwa das, was wir heute unter Demokratie verstehen. Wenn also Demokratie totale Mitbestimmung bedeutet, sollte sich der Völkerbund selbst eine Vefassung geben. (Der letzte Versuch, Europa eine Verfassung zu geben, wäre daher nicht demokratisch gewesen!) Kant argumentiert auf der ersten Analysebene des Individuums: Die Vernunft soll den Menschen leiten. Daher ist der Staat ein geistiges Gebilde und keine Landfläche mit Grenzen. Die Idee eines Weltstaates sieht er in einem demokratischen Völkerbund verwirklichbar. Endziele sollten die Abschaffung eines stehenden Heeres und die Einführung von Weltbürgerrechten sein. Je höher die Kooperation in internationalen Organisationen, desto geringer sollte die Gewalt gegeneinander sein. Folglich ist Europa im Jahr 2005 noch nicht zu 100 % demokratisiert.
Der scheinbar normative Charakter von Kants Theorem bietet jedoch keine tagespolitischen Lösungsansätze, wie etwa, wie mit dem Genozid im Nahen Osten umgegangen werden soll, wenn keine Streitkräfte aufgrund eines komplett demokratisierten Europas mehr vorhanden sind.
Demokratie + Demokratie = Frieden (Kriegshemmung durch Moral) Demokratie + Diktatur = mögl. Krieg (Kriegshemmung durch menschliche + finanzielle Kosten)
[Diktaturen führen Krieg gegen Demokratien und Diktaturen!]
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