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Nur Staaten sind zur Bildung von Regimen fähig. Gegenseitige Abhängigkeit und gegenseitige Verbundenheit können Gegensätze sein. Dadurch, dass einige Akteure weniger, die anderen mehr abhängig sind, entstehen Asymmetrien, die für einige Akteure mögliche Machtquellen durch Erpressung sein können. (Ausnutzung relativer Unabhängigkeit) Als Empfindlichkeit wird bezeichnet, wenn ein Staat aufgrund externer Einflüsse seine Politik anpassen muss. Als Verwundbarkeit bezeichnet man einen Sachverhalt, in dem es nicht reicht, wenn ein Staat aufgrund externer Einflüsse seine Politik ändert, sondern trotzdem einen Nachteil erfährt. Die Struktur von Interdependenz wird über die Verteilung der Ressourcen im internationalen System definiert. Prozesse sind Handlungen in der gegebenen Machtstruktur. Die Staaten müssen Kosten-Nutzen-Analysen zur Veränderung des Status Quo erstellen. Die gegenseitige Abhängigkeit im Internationalen System ermöglicht in bestimmten Bereichen absolute Gewinne. Es besteht jedoch die Gefahr, dass relative Gewinne auftreten. (ein Vertragspartner gewinnt mehr) Dies erschwert dann die Kooperation, da sich ein Vertragspartner übervorteilt fühlt und Angst hat, dass der andere den erzielten Vorteil gegen ihn ausnutzen könnte.
Vertreter: R. O. Keohane, J. S. Nye, R. Rosecrance, E.-O. Czempiel Entstehungsgeschichte: - Ende der 60er Jahre - Eine Überwindung des Billardkugel-Modells des klassischen Realismus - Zwischenstaatlichen Verflechtungsmechanismen in den Mittelpunkt des Interesses - Handelnde Akteure nicht nur Staaten, sondern auch eine Reihe nichtstaatlicher Institutionen Abgrenzung von vorlaufenden Theorien: - Realismus (rational agierende Staaten in einem anarchischen internationalen Umfeld) - Idealismus (republikanisch-wohlgeordnetes Zusammenleben aller Individuen in einer universalistisch verfassten Weltgesellschaft)
Machtbegriff: 1) Ein Staat hat nicht aus innerer Stärke Macht a priori, sondern Macht entsteht durch das Verhältnis zu den anderen Staaten und wie stark er diese Dependenzen steuern kann 2) Kosten-Nutzen-Ebene als Postulat der Interdependenz - Die Kosten-Nutzen-Verteilung ist keineswegs immer ausgeglichen - Die Möglichkeit, auf dieses Kosten-Nutzen-Gefüge Einfluss zu nehmen bestimmt über Erfolg oder Misserfolg eines Akteurs innerhalb des Systems 3) Entstehung von Asymmetrien - Voraussetzung für das Funktionieren der Interdependenz 4) Interdependenz - Empfindlichkeit ( Sensitivity) - Maßstab für die ,,Reaktionsfähigkeit innerhalb eines gegebenen politischen Rahmens 5) Industriestaaten-Entwicklungsländer-Konstellation - Gründung und Politik von OPEC 6) Interdependenz - Verwundbarkeit (Vulnerability) - misst die Bedingungen, unter denen der Akteur den gegebenen politischen Rahmen verlassen kann 7) Militärischer Aspekt der Interdependenz - Indien-Pakistan-Konflikt - Pearl Harbour 8) Religiöser Aspekt der Interdependenz - Internationaler Terrorismus - Minderheitenkonflikten innerhalb eines fremden Landes 9) Interkultureller Aspekt der Interdependenz - Green-Card-Modell - Zuwanderungsgesetz in Deutschland - Regime-Ansatztheorie - Weiterentwicklung des Interdependenz - Ansatzes - Erklärungen für das Verhalten von Akteuren unter der Grundbedingung internationaler Anarchie - Ziel: Verwandlung der Anarchie in einer kooperativen Ordnung
Links:
www.e-politik.de/beitragc90c.html
Quellen:
Waltz, Kenneth: Theory of International Politics, New York 1979. Mols, Manfred u.a. (Hrsg.): Politikwissenschaft. Eine Einführung, Paderborn 1994. Schieder, Siegfried/Spindler, Manuela (Hrsg.): Theorie der Internationalen Beziehungen, Stuttgart 2003. Keohane, Robert/Nye, Joseph: Macht und Interdependenz, in: Kaiser, Karl/Schwarz, Hans-Peter (Hrsg): Weltpolitik, Strukturen, Akteure, Perspektiven, Stuttgart 1985. Druwe, Ulrich (Hrsg.)/Hahlbohm, Dörte/Singer: Politikwissenschaft aktuell Band 3. Internationale Politik, Neuried (2. Aufl.) 1998
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