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Vertreter: Kenneth Waltz Menschenbild: soziale / wirtschaftliche Eigenschaften unerheblich Machtbegriff: automatische Machtregulierung = Kooperation gr. Staat (gr. Armee) / kl. Staat (Öl-Vorkommen); Recheneinheit zwischen Staaten Staat: "Blackbox" = Staatsform / Institutionen unerheblich (haben keine Eigendynamik) Internationales System: bipolar (stabil) / multipolar (instabil) / unipolar (instabil) = Einfluss auf den Staat Historischer Kontext:
- In der Tradition realistischer Autoren
- Begründet 1979 von Kenneth Waltz (Theory of International Politics)
- Ost-West-Konflikt; Nach Annäherung der Supermächte verliert Realismus an Relevanz
- Jedoch: Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan und Revolution im Iran
- Niedergang der USA in der Weltwirtschaft
- Neorealismus versucht Erklärung für Stabilität in der bipolaren Welt zu finden
- Neorealismus versucht Erklärung für die Labilität der Vormachtstellung der USA zu finden
- Es ist jedoch nicht Ziel des Neorealismus eine Theorie der Außenpolitik oder eine Vision zu entwickeln
- - Nationale Ebene: Verschiedene Herrschaftssysteme, Charakter der Politiker etc., Vorhandensein eines Gewaltmonopols
- - Internationale Ebene: Internationales System besteht aus zwei Elementen: units (Akteure) und structure (separate Struktur des Systems); Waltz vergleicht Internationale Politik mit dem ökonomischen Markt
Units:
- Einheitliche Akteure, Staaten (hierarchisch, zentralisiert, heterogen, vertikal strukturiert)
- Interne Integration, da die Units aufgrund ihres hohen Grades an Spezialisierung aufeinander angewiesen sind. (relative Gewinne)
- Like Units (Staaten) bewerten Sicherheit höher als Macht.
- Was innerhalb dieser Akteure passiert (Nationale Ebene) ist für den Neorealismus nicht von Bedeutung - für Internationale Politik sind nur die Staaten an sich wichtig (black box)
- Alle Staaten sind in ihrem Kern identisch, da sie die gleiche Funktion und einen ähnlichen Aufbau haben. (like units)
- Alle Akteure handeln rational, einheitlich, autonom und strategisch (unitary rational actors)
- Ihre Interessen orientieren sich am Überleben
- Kosten/Nutzen-Kalkül
Struktur:
- Die Struktur des internationalen Systems ist von den Capabilities der Units abhängig. (Distribution of Capabilities)
- Set von zwingenden Bedingungen
- Unabhängig von Akteuren und horizontal definiert
- Adaption ist möglich
- Dezentralität ist ein hervorstechendes Merkmal der internationalen Struktur.
- Bewirkt ähnliches Verhalten in bestimmten Situationen
- Internationale Wirtschaftsbeziehungen sind Nullsummenspiel
- Wird definiert durch drei Elemente:
- 1.Ordnungsprinzip Anarchie: Abwesenheit einer übergeordneten Instanz, Akteure sind auf sich selbst gestellt
- 2.Dadurch funktionale Homogenität: Ziel ist Überleben; Wahrung der Autonomie, also Streben nach Erhalt der staatlichen und geographischen Integrität; Gewährleistung von Sicherheit. Keine internationale Arbeitsteilung
- 3.Unterschied in den Machtpotentialen
- Unterschiedliche capabilities; Einzige Eigenschaft die in der internationalen Struktur variiert
- Machtmittel: Territorium, Bevölkerung, Militärische Gewalt, wirtschaftliche Prosperität - Ressource oder Fähigkeit
- Macht als Vergleichsmöglichkeit der Akteure untereinander (?es geht also nicht um absolute, sondern um relative Gewinne)
- Macht als Mittel zum Zweck (Sicherheit)
Sicherheitsdilemma:
- Alle Staaten leben in ständiger Angst vor militärischen Interventionen anderer - Staaten; Staaten rüsten zur Erhöhung ihrer Sicherheit auf; Wettrüsten führt zur gleichen Unsicherheit wie zu Beginn. Die Anarchie stellt ein Sicherheitsdilemma her, das in einer Aktion-Reaktion-Reaktion-Folge auf die Staaten wirkt.
- Sozialisation im internationalen System durch gegenseitigen Einfluß im Wettstreit erstellt eine gewisse Ordnung und schafft Interdependenzen.
Selbsthilfeprinzip:
- Staaten können sich nicht auf Hilfe von außen verlassen; sie können sich nur selbst helfen.
- rationaler Egoismus der Nationalstaaten
Balance of Powers:
- Das internationale System weist nach Waltz eine elementare Grundtendenz in Richtung eines Machtgleichgewichts auf. Dies ist nicht zwingend, aber wahrscheinlich
- Staaten sind erst sicher, wenn im internationalen System ein Mächtegleichgewicht herrscht ? kein Staat könnte ohne das Risiko einer Niederlage einen anderen Staat angreifen
- Aufrüstung und Bündnis- bzw. Allianzbildung können der Machtverschiebung zu Gunsten eines bestimmten Staates entgegenwirken
Problem der Kooperation:
- Aufgrund der Gefahr potentieller Abhängigkeiten werden Staaten eine weitreichende Kooperation zur Steigerung des gemeinsamen Wohlstandes nicht Eingehen
- Aus Sicht der Staaten besteht immer die Gefahr, dass der Kooperationspartner sich nicht an die Übereinkünfte hält
- Ausnahme: Bildung von Verteidigungsallianzen- jedoch sind diesem Fall der Kooperation enge Grenzen gesetzt
Zusammenfassung: Der Neorealistische Theorieansatz vernachlässigt die Institutionen grundsätzlich, da diese i.d. Regel über keine militärische Macht verfügen. Zum einen, da aus dessen Sicht die Institutionen keinerlei militärische Macht besitzen und so folglich durch das Sicherheitsdilemma neutralisiert werden, zum anderen verhindert die Angst vor Abhängigkeiten und Betrug des Kooperationspartners eine bedeutendere Rolle von internationalen Institutionen, da diese in der Lage sind, dieses Problemzu lösen. Drittens kommt eine Kooperation nur sehr schwer zustande, da die Sorge vor relativen Gewinnen (nicht der eigene, absolute Gewinn zählt, sondern die Gefahr, der andere könnte mehr gewinnen) diese bereits im Ansatz verhindert. Um Hegemon im Internationalen System zu werden, muß eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt werden.
Der Neorealismus argumentiert anhand einer deduktiven Methode vom Internationalen System auf den Nationalstaat. Die Theorie erklärt das Zustandekommen des außenpolitischen Outcomes auf systemischer, d.h. internationaler Ebene. (3.Analyseebene) Innerhalb von Insitutionen werden nur die üblichen Machtspiele betrieben, die aber von der Institution an sich nicht beeinflusst werden. Im Endeffekt sind Institutionen deshalb zu vernachlässigen. Die Macht gilt als Recheneinheit im Balancing Prozess, um die Staaten untereinander vergleichen zu können. Balancing geschieht durch Aufrüstung oder Kooperation mit einem schwachen Staat. Die Anarchie nimmt eine zentrale Rolle ein. Jeder Staat ist für sich selbst verantwortlich. -> "Selbsthilfesystem" (self-help system)
Schlussfolgerungen: Aus der Machtverteilung ergibt sich die Struktur:
- unipolare Machtverteilung: Es existiert eine Supermacht (Hegemon)
- bipolare Machtverteilung: Es existieren zwei starke Mächte. Bsp. Kalter Krieg (UDSSR/USA)
- multipolare Machtverteilung: Es existieren mehr als zwei starke Mächte - Laut Kenneth Waltz beinhaltet eine bipolare Machtverteilung das geringste Risiko
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 01:41 Uhr |
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