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Platon wuchs im zunächst demokratischen Athen auf, das als Ergebnis des Peloponnesischen Krieges der sog. Herrschaft der 30 unterworfen wurde. Als Athen schließlich wieder Demokratie wurde, wurde Sokrates wegen seiner politisch antidemokratischen Haltung durch den Schierlingsgiftbecher hingerichtet. Platon lebte die meiste Zeit, außer seiner Reise zur philosophischen Schule nach Megara, in Athen. Er heiratete nicht, obwohl dies von seiner reichen Familie erwartet wurde. Platon war ein Schüler von Sokrates und, durch die von ihm begründete Schule, Lehrer von Aristoteles. Es lässt sich eine Entwicklung in der Verwandtschaft der Gedanken der drei griechischen Philosophen erkennen. Zu Platons frühen Werken zählt die ''Politeia'', zu seinen späteren die ''Nomoi''. In den sokratischen Dialogen, die von Platon überliefert sind treten unter anderem seine historischen Brüder als Gesprächspartner auf. Welche Gedanken davon Sokrates und welche Platon zuzuschreiben sind ist strittig. Platon wählt in seinen Werken die Dialogform, um eine Distanz zwischen ihm als Autor und dem Leser zu schaffen und die Gedanken nicht passiv zu übertragen, sondern den Leser dazu zu zwingen, festzustellen ob er selbst die entwickelten Ideen in den Dialogen akzeptiert. Weder in der Politeia, noch in den Nomoi gibt Platon konkrete Handlungsanweisungen für Politiker. Platon betrachtet die politischen Fragen immer aus der Perspektive des Herrschers. Die Bürger werden durch ihre primäre Eigenschaft als soziales, politisches Wesen und Beherrschter unpersönlich.
Politeia: In dieser theoretischen Verfassung, die Platon für die beste hält, besteht die Gerechtigkeit, wenn ''jeder das Seinige tut''. D.h., dass kein Bürger Tätigkeiten außerhalb seines Standes nachgehen soll, für die er nicht geeignet ist. Diese Spezialisierung der Bürger (Bäcker backt Brot, Dachdecker deckt Dächer, etc.) zwingt durch gegenseitige Abhängigkeit zur Zivilisation und damit zur Flucht aus der Primitivität. Folglich ist Ungerechtigkeit Unwissen, bzw. wenn jemand etwas tut, wozu ihm die natürliche Begabung fehlt. Dies trifft ebenfalls auf die Politiker zu. In einem guten Staat werden die Bürger zur Sittlichkeit erzogen. Der Staat ist nicht dazu da, widerstrebende Interessen der Bevölkerung auszugleichen. Platon entwirft 3 Stände: Den Philosophenkönig, der die Staatsgeschäfte durch seiner vernunftgemäße Weisheit gerecht, und ohne persönlich an der Macht interessiert zu sein (verhindert Machtmißbrauch), führt, die Wächter, die durch ein langes Mathematikstudium zum Inbegriff des rationalen Verstandes werden und die Bürger zur Sittlichkeit (= gutes Leben) erziehen sollen, jedoch kein Privat- und Familienleben haben dürfen (die Kinder der Wächter werden von der Polis aufgezogen) und schließlich die Handwerker (etc.), welche die Grundversorgung der Polis sicherstellen sollen. Platon hält es entweder für möglich, aus einem Philosophen einen Politiker bzw. Herrscher zu machen, oder gegenbene Herrscher zu Philosophen umzuerziehen. Er lässt also die Mächtigen ohne Geld, die Reichen jedoch ohne Macht. (Asymmetrie der Macht) Es gibt in dem Staat keine Gesetze, da der Philosophenkönig durch seine göttliche Vernunft individuell gerecht regieren kann. Den Ständen ordnet Platon jeweils einen Seelenteil und eine Tugend zu:
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Stand
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Seelenteil
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Tugend
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Philosophenkönig
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Vernunft
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Weisheit
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Wächter
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Mut
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Tapferkeit
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Handwerker
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Befriedigung d. Bedürfnisse
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Mäßigung
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Das Wissen wird in Form des Philosophen dem Seienden zugeordnet, das Nichtwissen dem Nichtseienden. Dazwischen bewegt sich die subjektive Meinung, die zum Teil wahr, zum Teil unwahr ist. Der Philosoph erkennt den Unterschied zwischen einem Beispiel für Gerechtigkeit und der Idee der Gerechtigkeit, bzw. des Guten. Persönliche, angeborene Eigenschaften des Philosophenkönigs sind ein gutes Gedächtnis, Tapferkeit, Maßhaltung, Klugheit und Abwendung von der reinen Befriedigung körperlicher Bedürfnisse. Das Verhältnis von Wahrheit und Realität beschreibt Platon in seinem Höhlengleichnis.
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Gereinigte = gute Polis
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Wächter und Philosophenkönig (Erziehung zur Sittlichkeit der Bürger)
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Üppige Polis
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Ärzte und Richter (bildet Argument für z.B. Berufsarmee)
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Gesunde Polis
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Bauern, Arbeiter, Bäcker (deckt die notwendigen Bedürfnisse der Gemeinde)
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Höhlengleichnis: In einer Höhle mit einem hohen Eingang sitzen hinter einer Mauer Gefangene, die weder ihren Körper, noch ihren Kopf umdrehen können. Hinter der Mauer brennt ein Feuer. Zwischen Feuer und Mauer tragen Menschen Gegenstände vorbei, deren Schatten auf eine Wand fallen, die die Gefangenen sehen. Die Gefangenen halten die Schatten f¨r die Realität, da sie nichts anderes kennen. Nun wird ein Gefangener freigelassen, der die Menschen und Gegenstände erkennt, die zwischen Feuer und Mauer vorüberziehen. Außerdem steigt der Freigelassene aus der Höhle auf an das Tageslicht. Er erkennt dort oben, dass die Sonne das physische Sehen entstehen lässt. Nun soll er gezwungen werden, wieder nach unten in die Höhle zu steigen, um die Gefangenen von der Wahrheit zu überzeugen, dass die Schatten nur Abbilder der Realität, nicht aber die Realität selbst sind. Auf die Polis bezogen bedeutet die Gefangenschaft die eingeschränkte, körperliche Wahrnehmung, das Feuer hinter der Mauer steht für die reale Sonne (Sonnengleichnis), die die Wahrnehmung erst ermöglicht. Die Schatten sind die Beispiele für z.B. Gerechtigkeit, nicht aber die Gerechtigkeit selbst. Der Aufstieg nach oben, aus der Höhle hinaus wird mit dem Aufstieg der Seele in eine rein geistige Welt gleichgesetzt, in der der Freigelassene, der für den Philosophen steht, die Wahrheit erkennt. Diese Erkenntnis der Wahrheit entspricht der Erziehung und der Vernunft des Philosophen. Die Gefangenen jedoch werden dem Philosophen nicht glauben und ihn eher umbringen, als dass sie ihre Realität der Schatten aufgeben würden. Problematisch ist das Höhlengleichnis dahingehend, dass Platon keine Aussagen darüber trifft, wer die Menschen sind, welche die Gegenstände zwischen Feuer und Mauer vorbeitragen, oder warum dies geschieht. Außerdem wird nicht gesagt, wer den Philosophen freilässt und warum. Desweiteren lässt sich keine Aussage darüber treffen, wer den Philosophen zwingt, wieder hinab in die Höhle zu steigen, um die Gefangenen über die Wahrheit aufzuklären.
Mythos des Goldenen Zeitalters: Platon berichtet von einer Zeit vor seiner Zeit, in der alle Naturgesetze umgekehrt waren. Menschen wurden alt geboren und starben jung. Es gab keine Konflikte zwischen den Menschen, weil die Herrschaft von Göttern geführt wurde. Angeblich gibt es in bestimmten Perioden Phasen eines solchen und des heutigen Zeitalters, die sich abwechseln.
Nomoi: Die Nomoi waren im Athen zur Zeit Platons gesellschaftliche Anweisungen oder Gesetze. Die Nomoi entstehen, weil Platon erkennt, dass ein Paradoxon insofern besteht, als dass die Philosophen keine Macht wollen, die Politiker sich jedoch eher in Rethorik, als in Philosophie üben, um wiedergewählt zu werden. Die Nomoi sind ein Entwurf für eine sog. zweitbeste Verfassung, da die Politeia offensichtlich nicht umzusetzen sei. Sie zeichnet sich durch einen hohen Grad an Partizipation an der politischen Willensbildung, Wahlen und gesetzlicher Rechtssicherheit aus. Die Gesetze werden von einem sog. Nächtlichen Rat verabschiedet. Die Gesetze sind ihrer Natur nach jedoch etwas starr und nicht individuell anwendbar. Daher stehen die Nomoi im Gegensatz zur der Wächter-nstanz in der Politeia. Staatliche Zensur in der Kultur soll der Erziehung der Bürger zur Sittlichkeit dienen. Ein großer Apparat an Bürokratie ist notwendig, um Beamte durch andere Beamte zu kontrollieren.
3 Herrschaftsformen: Platon ist, wie Sokrates, Antidemokrat gewesen, da er in der Demokratie die, im Gegensatz zur Philosophenherrschaft ungerechte, Herrschaft der Unwissenden, bzw. Unqualifizierten sieht. Um gerecht und durchsetzungsfähig zu sein nimmt er folgende Ordnung vor: A) Wenn die Gesetze geachtet werden: 1) Philosophenkönigtum (Herrschaft des Einzelnen) - beste Verfasung 2) Aristokratie (Herrschaft von Wenigen) 3) Demokratie (Herrschaft von Vielen) - schlechteste Verfassung B) Wenn die Gesetze mißachtet werden: 1) Demokratie (Herrschaft von Vielen) - gut gegen Machtmißbrauch 2) Oligarchie (Herrschaft von Wenigen) 3) Tyrannis (Herrschaft eines Einzelnen) - schlecht wegen Machtmißbrauch
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